Resilienz, wo bleibt die Gestaltung des Außen? Ein kritischer Diskurs

Keynote auf dem GWS-Forum 2017 (23.- 25.02.17 in Oberursel)

Resilienz ist zu einem fast schon magischen Wort geworden, zu einer Art All-Heilmittel gegen nahezu alle Bedrohungen, denen Menschen heute ausgesetzt sind. Nichts spricht dagegen, die Widerstandkraft von Menschen zu stärken und ihnen zu helfen, sich vor Katastrophen besser zu schützen.

Absurd aber wird es, wenn das Bemühen um Resilienz zur Rechtfertigung dafür herhalten muss, nichts mehr gegen die Ursachen von Krisen zu tun. Genau das aber ist zunehmend der Fall. Die Idee der Resilienz, aus der in den Umwelt- und Sozialwissenschaften, aber auch in der Architektur anfangs durchaus sinnvolle Konzepte entwickelt wurden, ist in den letzten Jahren mehr und mehr entpolitisiert worden und erhebt gar nicht mehr den Anspruch, Alternativen zur herrschenden Krisendynamik zu denken.

Thomas Gebauer, Psychologe und Geschäftsführer von medico international e.V.; Friedensnobelpreis 1997 (Kampagne zum Verbot der Landminen); Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt (2014)

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